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Die facebook-Falle - Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft
 

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Die facebook-Falle - Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft

 
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Buchausgabe: 16,99€
Download-Version: 13,99€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Sascha Adamek
Verlag: Heyne
Version: 1. Auflage, 2011
Umfang: 352 Seiten
Format: PDF: 0,3MB
ISBN: 3453601807
Bestell-Nr.: 64105399P
Artikeltyp: E-Book
 

Vernetzt, verraten, verkauft – hinter den Kulissen des Facebook-Imperiums

20 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum, 500 Millionen weltweit – das ist der Stoff, aus dem Facebook Milliarden macht. Und bereitwillig laden wir täglich Unmengen von privaten Fotos und Daten auf die Seiten. Hemmungslos betreibt das größte und erfolgreichste soziale Netzwerk die kommerzielle Verwertung der persönlichen Daten seiner Nutzer. Wollen wir diesen Preis wirklich zahlen?

„Sie trauen mir, diese Idioten.“ Marc Zuckerberg, Gründer von Facebook und jüngster Milliardär der Welt

Sascha Adamek deckt auf

– mit welchen Methoden ein als „soziales Netzwerk“ getarnter US-Konzern die Welt erobert
– wie Nutzer online ins Visier von Ermittlungen und Geheimdiensten geraten
– wie Facebook und Twitter die Demokratie banalisieren und von Diktaturen ausgenutzt werden
– wie Betrüger und Sexualstraftäter über Plattformen wie Facebook ihre Opfer ausmachen
– warum die Freiheit des Internets oft eine vermeintliche ist.

Sascha Adamek arbeitet seit fünfzehn Jahren als Journalist und Filmemacher für den Rundfunk Berlin Brandenburg und den WDR, u.a. für die ARD-Politikmagazine „Monitor“ und „Kontraste“. Zusammen mit Kim Otto veröffentlichte er die Bestseller Der gekaufte Staat und Schön reich.


Leseprobe:

KAPITEL 5 Die Fake-Politik (S. 125-126)

Wie soziale Medien die Demokratie verpixeln Der Mann im blütenweißen Hemd mit blauer Krawatte wirkt jugendlich. Er blickt zuversichtlich in eine strahlende Zukunft, während er am oberen Ende der Homepage thront. Gleich daneben fällt unser Blick auf einen roten Button. »Donate Now«, »Spenden Sie jetzt«, steht darauf. Wer ihn anklickt, braucht nur noch Namen, Adresse und Kreditkartennummer einzugeben und muss sich anschließend entscheiden, ob er 10, 20, 50 oder ein paar hundert Dollar lockermachen will. Sie würden so etwas nicht tun, denken Sie jetzt? 1,5 Millionen Amerikaner haben es getan.

Von März 2007 bis Juli 2008 nahm Barack Obama mit 280 Millionen Dollar mehr an Spendengeldern ein, als George W. Bush während seines gesamten Wahlkampfs im Jahr 2004.160 Im Wahljahr flossen beständig etwa 20 Millionen Dollar monatlich, im Februar 2008 zählte Obamas Wahlkampfteam sogar Einnahmen in Höhe von 55 Millionen Dollar, wovon 45 Millionen über die Internetseite Mybarackobama.com flossen. Obama hatte das Glück, ein politischer Popstar zu sein, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftauchte und der eine Vision von einem besseren Land hatte.

Viele Experten meinen allerdings, dass dieser Newcomer ohne die Online-Mobilisierung junger, bislang politisch desinteressierter Menschen, ohne die gigantische Sammlung von Kleinspenden und ohne die Wählermobilisierung via Internet keine Chance gegen das reiche Establishment gehabt hätte, das hinter dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain stand. Ob es das Geld war oder seine Ausstrahlung oder beides, in jedem Fall war es das Internet, ohne das die Wahl dieses charismatischen Quereinsteigers nicht möglich gewesen wäre. Stehen wir also nun vor einem neuen Zeitalter der Internet-Demokratie, wie es uns der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore bereits 1994 prophezeite? Gore führte damals aus:

»Die globale Informationsgesellschaft wird mehr sein als eine
Metapher für eine funktionierende Demokratie. Sie wird das
Funktionieren der Demokratie tatsächlich voranbringen, weil sie die
Bürger an den Entscheidungen beteiligt. Und sie wird auf großartige
Weise die Fähigkeit der Länder stärken, miteinander zu kooperieren.
Ich sehe ein neues athenisches Zeitalter der Demokratie, das in den
Foren der globalen Informationsgesellschaft geschaffen wird.«

Barack Obama schreibt mir noch immer

Es ist schwer zu sagen, ob die Vereinigten Staaten seit Obamas Amtsübernahme demokratischer geworden sind. Aber ob Sie es glauben oder nicht: Der Präsident kennt mich noch immer. Täglich schickt er mir Botschaften, Hinweise auf wichtige Abstimmungen und nun, im Herbst 2010, Mobilisierungsaufrufe für die anlaufenden Vorwahlen in den USA.

Der Grund: Als der damalige Kandidat 2008 nach Berlin kam, ließ ich mich als Journalist online registrieren und konnte den Hoffnungsträger aus nächster Nähe bewundern. Meine E-Mail-Adresse und die von 13 Millionen Amerikanern162 dient ihm noch heute dazu, uns alle auf dem Laufenden und seine potenziellen amerikanischen Wähler politisch bei der Stange zu halten. Auf der Website der Demokratischen Partei sehe ich, wie erfolgreich diese Strategie nach wie vor ist. Unter dem Foto von Obama haben 13 943714 Facebook-Nutzer den »Like«-Button angeklickt. Genau eine Minute später sind es bereits hundert mehr.  Auch diese Facebook-Nutzer kann das Obama-Team kontaktieren. Die Spalte »Obama everywhere« verlinkt uns mit sämtlichen sozialen Netzwerken sowie YouTube und der Foto-Plattform Flickr. Und selbstverständlich gibt es für mein Smartphone auch eine Obama-App.

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