Die Trolle
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Christoph Hardebusch |
| Verlag: | PeP eBooks |
| Version: | 1. Auflage, 2006 |
| Umfang: | 635 Seiten |
| Format: | PDF: 1,23MB |
| ISBN: | 3453532376 |
| Bestell-Nr.: | 89480983P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Sie denken, Sie kennen alle Völker der Fantasy? Sie haben mit Stan Nicholls’ Orks Schlachten geschlagen, sind mit den Zwergen von Markus Heitz durch unterirdische Gänge gehuscht und haben mit Bernhard Hennens Elfen das Böse besiegt. Doch tief in der Dunkelheit lauert noch etwas: Wesen, die der Schrecken vieler Legenden sind, Wesen, deren Name nur geflüstert werden darf...
Sten, ein junger Krieger und Rebell, wird von seinen Feinden dem Wald übergeben – in einem Käfig ausgesetzt in einem Land, dessen wilde Natur von dunklen Geschöpfen durchstreift wird. Verzweifelt versucht er zu entkommen, steht doch neben seinem Leben auch die Freiheit seiner Freunde und womöglich des ganzen Landes auf dem Spiel. Als mit Einbruch der Nacht riesenhafte Wesen, Ungeheuern gleich, auf der nahen Lichtung erscheinen, erstarrt Sten – es sind Trolle, Bestien mit blutigen Hauern und Feinde der Menschen. Doch bevor es zu einem tödlichen Kampf kommt, macht Druan, der Anführer der Trolle, dem jungen Rebellen einen ungewöhnlichen Vorschlag: Sten soll die Trolle in die Welt der Menschen führen. Denn die Trolle brauchen Hilfe – eine unbekannte Macht bedroht ihr Volk, geheimnisvolle Magie lässt uralte Gänge und Höhlen der Trolle einstürzen und stärkt ihre Erzfeinde, die Zwerge. Sten ahnt, wer hinter diesen Geschehnissen stecken könnte, tragen sie doch die Handschrift auch seines Feindes. Hilft er den Trollen, könnte sich auch sein Schicksal wenden. Und so macht er sich gemeinsam mit Druan und dessen unberechenbaren Trollkumpanen auf die gefährliche Reise zu der Quelle des Bösen. Nur wenn Menschen und Trolle sich verbünden, kann eine Zeit der Finsternis verhindert werden …
Der Autor
Christoph Hardebusch, geboren 1974 in Lüdenscheid, studierte Anglistik und Medienwissenschaft und arbeitete anschließend als Texter bei einer Werbeagentur. Sein großes Interesse an Fantasy und Geschichte führte ihn schließlich zum Schreiben. »Die Trolle« ist sein erster Roman. Der Autor lebt in Heidelberg.
Leseprobe:
7 (S. 82-83)
Längst hatte Sargan jegliches Zeitgefühl verloren; er vermochte nicht mehr zu schätzen, wie lange er schon als blinder Passagier durch die dunklen Tunnel fuhr. Die Fahrt war mehrfach unterbrochen worden, und jedes Mal hatten die Zwerge irgendwelche Arbeiten verrichtet, doch niemals hatten sie an einem Hafen Halt gemacht. Sargans Position am Heck des letzten Bootes erlaubte ihm keinen sonderlich guten Blick auf die Geschehnisse vorn am Treidelzug, und so war er sich nicht sicher über das, was während dieser Pausen vor sich ging. Dazu kam, dass die Zwerge nur wenig Lichter an den Booten befestigt hatten; schon die Felswände verloren sich in der Dunkelheit.
Einmal genehmigte sich der heimliche Passagier ein frugales Mahl aus seinem Vorrat, um den Hunger zu stillen, doch ansonsten lag er fast regungslos auf den weichen Stoffballen und döste vor sich hin. Auf allen Booten schienen Zwerge zu sein, vermutlich um diese mit den langen Stangen, die sie bei sich führten, von den Wänden abzustoßen und im Notfall den Kahn zu steuern.
Gerade als sich Sargans Magen wieder meldete, endete die Ruhe. Die Zwerge liefen umher und verständigten sich mit lauten Rufen. Vorsichtig spähte er unter der Plane hervor und sah, dass der Zug in eine große, gut ausgeleuchtete Höhle einlief. Unter den Besatzungen der Frachtkähne brach hektische Betriebsamkeit aus, als diese langsam in Richtung Kai glitten. Dicke Taue wurden an den Steg geworfen, und an Land ließen andere Zwerge gepolsterte Säcke zwischen Boot und Kaimauer hinab, um die Stöße zu dämpfen. Sanft rieb das Boot, auf dem Sargan sich verbarg, an der Mauer und kam dann zum Stillstand. Zunächst blieb er ruhig liegen und wartete ab, bis die Mannschaft den Kahn verlassen hatte. Sodann äugte er durch den schmalen Spalt zwischen Deck und Plane hervor. Die Zwerge machten sich soeben daran, die Schleppkähne zu entladen.
Jetzt ist es wohl an der Zeit zu gehen, dachte Sargan, denn er hatte das deutliche Gefühl, dass er die Gastfreundschaft des Kleinen Volkes bereits zu lange in Anspruch genommen hatte. Vermutlich würden sie sehr unwirsch reagieren, falls er sich noch an Bord befände, während sie die Plane lüfteten. Unglücklicherweise herrschte auf dem Kai geschäftiges Treiben, weshalb es erst einmal nur einen Weg von Bord gab – ins Wasser.
Leise öffnete Sargan die Knoten der Plane und glitt dann in einem unbeobachteten Augenblick über die Reling in die Wasser des Magy, dessen Kälte ihm fast den Atem raubte. Mit einigen kräftigen Schwimmstößen erreichte er den Rand des Kais ein Stück hinter dem letzten Boot und hielt sich dort fest. Der Steg spendete ein wenig Schatten, weshalb sich Sargan recht sicher war, dass man ihn in dem dunklen Wasser und mit der dunklen Paste auf dem Gesicht nur schwer würde entdecken können.
Aber weniger die Zwerge als vielmehr die Kälte des Flusses wurde rasch zu einem Problem. Solange noch entladen wurde, konnte Sargan sein nasses Versteck nicht verlassen, doch langsam wich das Gefühl aus seinen Gliedern, während er nahezu unbeweglich ausharrte. Vor seinem inneren Auge sah er sich bereits flussabwärts treiben, sollten seine kalten Finger irgendwann bald den Halt verlieren.
Schließlich würde seine Leiche durch Ercyra geschwemmt werden, so wie die jenes unglücklichen Zwerges, dessen Tod Sargan erst hierher geführt hatte.
Dann aber stapelten die Zwergenarbeiter am Ende des Kais die ersten Kisten auf, und schon entstand dort ein wahrhaftes Labyrinth von Waren und Gütern. Völlig unterkühlt zog Sargan sich auf die Kaimauer und brachte sich hinter einem großen Stapel von Stoffballen in Deckung. Seine Zähne klapperten ganz erbärmlich, und in diesem Augenblick der Schwäche wünschte er sich nichts sehnlicher, als einfach liegen zu bleiben. Doch er war sich sicher, dass es seinen Tod bedeuten würde, wenn er sich nicht schleunigst aufwärmte. Mit dem Dolch schnitt er ein Loch in den Stoffballen und zog etwas grobes Tuch heraus, mit dem er sich notdürftig abtrocknete. Um möglichst wenig verwertbare Spuren zu hinterlassen, stopfte er das Tuch wieder zurück und spähte dann vorsichtig aus seinem Versteck hervor.
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