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Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines
 

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Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines

 
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Buchausgabe: 28,50€
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Marcel Machill, Markus Beiler (Hrsg.):
Verlag: Herbert von Halem Verlagsgesellschaft mbH & Co KG
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 350 Seiten
Format: PDF: 3,15MB
Gewicht: 490 g
ISBN: 3938258330
Bestell-Nr.: 93825833P
Artikeltyp: E-Book
 

Suchmaschinen sind das wichtigste Hilfsmittel zum Auffinden von Netzinhalten. Als Gatekeeper im Internet stellen sie eine zentrale Herausforderung für Wissenschaft und Forschung dar ? es geht letztlich um die Frage der digitalen Informationsmacht.

Mit diesem Band liegen Beiträge international führender Experten vor, die die Rolle von Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft aus verschiedenen Perspektiven wissenschaftlich beleuchten und dabei helfen, die künftige Suchmaschinenforschung zu systematisieren. Die Publikation greift die zentralen Forschungsfelder in drei Kapiteln auf: Suchmaschinenregulierung und -ökonomie, das Verhältnis von Suchmaschinen und Journalismus sowie die Qualität von Suchmaschinen und das Nutzerverhalten.

Der Band richtet sich nicht nur an Wissenschaftler und Studierende, sondern auch an Praktiker wie Journalisten, Medienpolitiker und Medienmanager.

Die Herausgeber

Marcel Machill und Markus Beiler leiten am Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig den Forschungsschwerpunkt "Suchmaschinen".




Leseprobe:

marcel machill / markus beiler / martin zenker

Suchmaschinenforschung. Überblick und Systematisierung eines interdisziplinären Forschungsfeldes (S. 7-8)

Suchmaschinen sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Das Wachstum der Netzinhalte, begünstigt durch die niedrigen kommunikativen Zugangsbarrieren, macht die Selektion relevanter Inhalte, das Trennen des Wichtigen vom Unwichtigen, zur Notwendigkeit. Suchmaschinen übernehmen diese Selektions- und Vermittlungsfunktion an der Schnittstelle zwischen öffentlicher und individueller Kommunikation. Sie ermöglichen in vielen Fällen erst den Zugang zu ansonsten schwer oder gar nicht zugänglichen Informationen und erweitern somit den Horizont der rein menschlichen Suche (rieder 2005: 29f.). Suchmaschinen liefern nicht automatisch die ›richtigen‹ Antworten auf Suchanfragen, sie reduzieren die Komplexität des Webs auf eine überschaubare Zahl von Seiten, von denen aus eine Nutzerin oder ein Nutzer in die Lage versetzt wird, ein für sie bzw. ihn relevantes Ergebnis zu finden. Sie üben somit eine den klassischen Gatekeepern vergleichbare Funktion aus (machill/neuberger/schindler 2002: 15ff., wolling 2002).

Entsprechend ihrer Schlüsselrolle sind Suchmaschinen nach E-Mails die am zweithäufigsten genutzte Internet-Anwendung: 75 Prozent aller deutschen Onliner nutzen mindestens einmal pro Woche eine Suchmaschine (78% e-Mails, van eimeren/frees 2006: 406). In den usa greifen 84 Prozent der Internetnutzer regelmäßig auf Suchmaschinen zurück, 56 Prozent sogar täglich (fallows 2005).

Prägend für den Suchmaschinenmarkt ist das Oligopol der drei us-Suchmaschinenbetreiber Google, Yahoo! und msn, die weltweit den Großteil des Suchmaschinenmarktes unter sich aufteilen. Google nimmt in diesem Triumvirat die Spitzenposition ein, wofür der Begriff »Googlepol« (winterbauer 2003) steht. Mit einem Markt- bzw. Suchanteil von 57 Prozent dominiert Google den deutschen Markt der Online- Suche. msn kommt auf elf Prozent, Yahoo! auf zehn und die Suchfunktion von aol auf neun Prozent. Die übrigen Anbieter zusammen erreichen nur einen Marktanteil von 13 Prozent (Dezember 2005, iBusiness 2006). In den usa konnte Google innerhalb eines Jahres seinen Suchanteil um sechs Prozent auf knapp die Hälfte (49%) im Dezember 2005 vergrößern, während Yahoo! bei 21 Prozent verharrte sowie msn um drei auf elf Prozent und die sonstigen Anbieter um zwei auf 19 Prozent verloren (nielsen netratings 2006). Daraus resultiert eine erhebliche Marktmacht dreier Anbieter.

Suchmaschinen sind keine Maschinen im traditionellen Sinne. Nach Rieder (2005: 27f.) können Suchmaschinen beschrieben werden als Software, die einen Index definierter Daten erstellt, der über Retrieval-Methoden erschließbar ist und einen bestimmten Anzeigemodus verwendet, um die Suchergebnisse zu präsentieren. Die Erstellung des Index erfolgt automatisch mittels Crawlern (auch Robots bzw. Spider genannt), die kontinuierlich Internetseiten aufsuchen und die Inhalte der Seite in komprimierter Form speichern. Aus diesem Index generieren Suchmaschinen bei von Nutzern gestellten Suchanfragen die Ranglisten, indem sie alle indexierten Seiten auf ihre angenommene Relevanz in Bezug auf die Suchanfrage überprüfen und die zugehörigen Links entsprechend anordnen. Die Relevanz-Kriterien, die hierbei zum Einsatz kommen, bleiben als Firmengeheimnisse der Suchmaschinenunternehmen gehütet.



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