Der Anlagestil deutscher Aktienfonds
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Andreas Postert |
| Verlag: | Gabler Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2007 |
| Umfang: | 443 Seiten |
| Format: | PDF: 2,72MB |
| ISBN: | 3835008021 |
| Bestell-Nr.: | 83509615P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Empirische Studien offenbaren je nach Marktkapitalisierung, Buchkurswertrelation oder anderen Style-Kriterien signifikante Unterschiede in der Wertentwicklung von Portfolios. Da Fonds nach konjunktureller Lage aber auch Stärke- und Schwächephasen durchlaufen, kann es Vorteile für Fondsanleger bringen, sowohl Anlagephilosophie als auch Investmentstile zu beobachten.
Mit Hilfe der portfoliobasierten Analysemethodik, dem genauesten Verfahren zur Identifizierung des Investmentstils, untersucht Andreas Postert den Anlagestil von 78 in Deutschland zugelassenen Aktienfonds. Im Mittelpunkt steht das Style-Driften, also die Konstanz der Style-Charakteristik im Zeitablauf. Es zeigt sich, dass das Driften zwischen Value und Growth bzw. Small-Cap und Large-Cap keinen entscheidenden Renditevorteil bewirkt. Die investmentstilbezogene Analyse der Managementqualität geht der Frage nach, ob die Fondsmanager eines bestimmten Anlagestils besonders erfolgreich agieren. Es wird deutlich, dass Fondsmanager vor allem im Small-Cap-Segment beständig einen höheren Erfolgsbeitrag liefern als auf große Unternehmen fokussierte Portfoliomanager.
Leseprobe:
4 Investment Style ,(S. 39 - 40)
4.1 Die Style-Terminologie
4.1.1 Was ist „Style"?
Die Portfolio Selection markierte den Auftakt zur Ära der modernen Portfoliotheorie und legte das Fundament für die gesamte kapital- und portfoliotheoretische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Das auf der Theorie von Markowitz aufbauende Capital Asset Pricing Modell und die aus der Kritik zum diesem entstandene Arbitrage Pricing Theory nehmen trotz vielfacher Kritik weiterhin eine geradezu paradigmatische Stellung in der wissenschaftstheoretischen und praktischen Finanzwelt ein. Dass das Lösen realer Kapitalanlageprobleme nicht ohne weiteres gelingt, liegt auch in der grundsätzlichen Natur von Modell-Konzeptionen, die die Realität stets nur vereinfacht abbilden können).
Als entscheidende Botschaft der genannten Modelltheorien wird jedoch die Erkenntnis angesehen, dass ein Investor den Gleichlauf der Wertentwicklung verschiedener Investitionsalternativen berücksichtigen muss und dass systematische Risiken bestehen, die sich – im Gegensatz zu unsystematischen – nicht eliminieren lassen) Um ein Portfolio mit einem erwünschten Risikoprofil auszustatten, ist die Portfoliomanagementpraxis folglich bestrebt, solche Marktsegmente zu identifizieren, deren Wertpapiere im Sinne systematischer Risiken ein möglichst homogenes Rendite-Risiko-Verhalten aufweisen.
Neben der Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Asset-Klassen versprach bis vor kurzem eine regionale Streuung über Wertpapiere verschiedener Länder (Country Allocation) und Währungen (Currency Allocation) die größten Diversifikationserfolge. Mit zunehmender Globalisierung und Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung scheinen jedoch Country und Currency Allocation gegenüber der Selektion einzelner Branchen (Sector Allocation) an Performanceimplikation zu verlieren).
Nahezu zeitgleich zog in Europa mit einer Debatte über so genannte „Growth- und Value-Aktien" ein Themenfeld auf, das in den USA bereits seit Jahrzehnten von hohem Interesse ist und dort unter anderem mit dem Begriff „Investment Style" (Investmentstil) umschrieben wird. Aufgrund der gerade in jüngerer Zeit starken Kursdifferenzen zwischen den bekanntesten Investmentstilen „Growth" und „Value", sahen sich nun auch europäische Portfoliomanager mit der Style-Positionierung ihrer Fonds und folglich mit der Beantwortung der Frage was Growth bzw.
Value charakterisiert, konfrontiert. Beim Studium insbesondere der englischsprachigen Fachliteratur mussten viele jedoch realisieren, wie vielschichtig und scheinbar konfus die Style-Terminologie ist). Während einige Autoren den Style-Begriff eher prozessbezogen als methodische Vorgehensweise der Stock-Selection eines Portfoliomanagers deuten) definieren andere Autoren „style" synonym zum Begriff „asset class" und damit als Gruppe von Aktien, die hinsichtlich bestimmter Charakteristika ein eigenständiges Marktsegment markieren3). Gelegentlich werden Investmentstile eher qualitativ und verbal umschrieben) andernorts quantitativ als konkrete Bewertungsrelation zwischen bestimmten Unternehmenskennzahlen).
Diverse Studien bringen den Begriff „Style" im kapitalmarkttheoretischen Zusammenhang mit Bewertungsanomalien) in vielen anderen Artikeln wird der Begriff aber auch losgelöst von den traditionellen Risikotheorien in Verbindung mit der Stilanalyse und Klassifikation von Investmentfonds7) oder deren Performancemessung8) verwendet. Auch der Begriffsumfang ist keinesfalls einheitlich: Zwar wird in der Literatur „Style" überwiegend als weitläufiger Oberbegriff für verschiedene Investmentstile angesehen) dennoch fokussieren die meisten Style-Artikel10) wie auch die Investmentpraxis1) auf die Dimensionen „Growth und Value" sowie „Small- und Large-Cap".
Nicht selten wird sogar weiter differenziert und mit „Size" auf die Unterscheidung „Small/Large" und mit „Style" allein auf die erstgenannte Growth-Value-Dimension angespielt) Analog zur fehlenden, allgemein anerkannten Style-Definition mangelt es in der Literatur als auch im Sprachgebrauch an einer verbindlichen Begriffsspezifizierung der beiden bedeutendsten Investmentstile „Growth" und „Value")
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