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De trinitate (lateinisch-deutsch)

 
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Autor(en): Aurelius Augustinus, Johann Kreuzer
Verlag: Felix Meiner Verlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2003
Umfang: 494 Seiten
Format: PDF: 1,62MB
ISBN: 3787316515
Bestell-Nr.: 78731651P
Artikeltyp: E-Book
 

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Aurelius Augustinus, 354-430 n.Chr., stammte aus Nordafrika und war Rhetoriklehrer in Karthago, Rom und Mailand. Nach seinem Bekehrungserlebnis 387 ließ, er sich von Bischof Ambrosius in Mailand taufen. Rückkehr nach Afrika, nach Klosterleben und Priesterweihe wurde er Bischof von Hippo. Schon zu Lebzeiten war er im gesamten Abendland berühmt als Prediger, Berater und Kämpfer gegen verschiedene Sekten. Heute gilt er als der größte lateinische Kirchenlehrer des christlichen Altertums.Johann Kreuzer, Promotion 1984 mit einer Arbeit über Hölderlin, 1992 Habilitation in Philosophie, Herausgeber eines Bandes mit Hölderlins "Theoretischen Schriften" (Hamburg 1998), lehrt derzeit Philosophie an der Universität zu Köln.


Leseprobe:

BUCH XV (249-250)

[1.1] Erfüllt von dem Wunsch, den Leser in den Dingen, die geschaffen sind, einzuüben für die Erkenntnis dessen, von dem sie geschaffen sind, sind wir schon bis zu seinem Bild gelangt, das der Mensch darstellt in jenem Bereich, in dem er aus den übrigen Lebewesen hervorragt, das ist in seinem Verstand oder seiner Einsicht, und was man sonst von seiner verstandes- und vernunftbegabten Seele aussagen kann, was zu jenem Gegenstand gehört, den man Geist oder Geistseele nennt.

Mit diesem Wort unterscheiden einige lateinisch schreibende Schriftsteller in einer ihnen eigentümlichen Ausdrucksweise das, was im Menschen das Auszeichnende ist und sich im Tiere nicht findet, von der Seele, die auch dem Tier zukommt. Wenn wir nun über diese Natur hinaus etwas suchen, und wenn wir dabei Wahres suchen, so ist das Gott, eine natürlich nicht geschaffene, sondern schöpferische Natur. Ob sie eine Dreieinheit ist, das müssen wir nun nicht bloß für die Gläubigen durch das Gewicht der Heiligen Schrift, sondern auch für die, die Einsicht wollen, durch Verstandesüberlegungen, wenn wir dazu fähig find, aufweisen. Warum ich aber sage: wenn wir dazu fähig sind, das wird die Sache selbst, wenn die Erörterung der Frage begonnen hat, anzeigen.

[2. 2] Gott selbst, den wir suchen, wird, wie ich hoffe, helfen, daß unsere Mühe nicht fruchtlos bleibe, und wir einsehen, wieso es im heiligen Psalm heißt: »Freuen soll sich das Herz derer, die den Herrn suchen, suchet den Herrn und werdet stark, suchet sein Antlitz immerdar!« Es scheint nämlich, daß das, was immer gesucht wird, nie gefunden wird – und wie soll sich da freuen und nicht vielmehr traurig sein das Herz derer, die suchen, wenn sie nicht finden können, was sie suchen? Die Schrift sagt ja nicht: »Freuen soll sich das Herz derer«, die ihn finden, sondern. »das Herz derer, die den Herrn suchen«.

Und doch be Esaias propheta cum dicit: quaerite dominum et mox ut inueneritis inuocate eum, et cum appropinquauerit uobis derelinquat impius uias suas et uir iniquus cogitationes suas. si ergo quaesitus inueniri potest, cur dictum est: quaerite faciem eius semper? an et inuentus forte quaerendus est? sic enim sunt incomprehensibilia requirenda ne se existimet nihil inuenisse qui quam sit incomprehensibile quod quaerebat potuerit inuenire. cur ergo sic quaerit si incomprehensibile comprehendit esse quod quaerit nisi quia cessandum non est quamdiu in ipsa incomprehensibilium rerum inquisitione proficitur, et melior meliorque fit quaerens tam magnum bonum quod et inueniendum quaeritur et quaerendum inuenitur? nam et quaeritur ut inueniatur dulcius et inuenitur ut quaeratur auidius. secundum hoc accipi potest quod dictum est in libro ecclesiastico dicere sapientiam: qui me manducant adhuc esurient et qui bibunt me adhuc sitient. manducant enim et bibunt quia inueniunt, et quia esuriunt ac sitiunt adhuc quaerunt. fides quaerit, intellectus inuenit, propter quod ait propheta: nisi credideritis, non intellegetis. et rursus intellectus eum quem inuenit adhuc quaerit: deus enim respexit super filios hominum, sicut in psalmo sacro canitur ut uideret si est intellegens aut requirens deum. ad hoc ergo debet esse homo intellegens ut requirat deum.

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