Das Urchristentum - Ein Rückblick auf die Anfänge
Buchausgabe: 14,95€
Download-Version: 12,70€
(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Eduard Lohse |
| Verlag: | Vandenhoeck & Ruprecht |
| Version: | 1. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 176 Seiten |
| Format: | PDF: 1,83MB |
| ISBN: | 3525533829 |
| Bestell-Nr.: | 52553382P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Eine Reise zu den Anfängen des Christentums.
»Wir wissen gar nicht, was wir Luther und der Reformation im Allgemeinen alles zu verdanken haben. Wir sind frei geworden von den Fesseln geistiger Borniertheit, wir sind infolge unserer fortwährenden Kultur fähig geworden, zur Quelle zurückzukehren und das Christentum in seiner Reinheit zu fassen.« Dem Urteil Goethes schließt sich der Neutestamentler Eduard Lohse gerne an. Grundanliegen seiner Einführung ist die Freilegung der Quellen des Urchristentums. Er betrachtet Umfeld und Voraussetzungen desselben und zeichnet sowohl historische als auch theologische Grundlinien nach. Dabei überschüttet er seine Leser nicht mit vielerlei Einzelheiten, sondern konzentriert sich auf die Grundzüge, die zur Entfaltung der ersten Christenheit geführt haben.
Summary
Eduard Lohse introduces his readers to early Christianity in a concise and comprehensible manner resorting to primary and secondary sources but refraining from getting entangled in difficult controversy.
Leseprobe:
7 Die Anfänge der Kirche (S. 86-87)
Die erste Christenheit verstand sich als das heilige Volk Gottes der Endzeit, dem die Verheißungen der Schrift gelten. Sie sammelte sich in Jerusalem, geleitet vom Kreis der Zwölf, und zeigte dadurch an, dass sie sich mit ihrer Botschaft an ganz Israel gesandt wusste. Darum sonderte sie sich nicht wie die Pharisäer oder die Gemeinde von Qumran als die Schar der erwählten Frommen vom übrigen Volk ab und zog sich weder in die Wüste noch nach Galiläa zurück. Sie nannte sich die Heiligen (1Kor 6,2, 16,1 u. ö.), die Auserwählten (Röm 8,33 u. ö.), die Berufenen (1Kor 1,24, Röm 1,6 u. ö.), die zwölf Stämme in der Zerstreuung (Jak 1,1), das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschar, das heilige Volk, das Volk des Eigentums (1Petr 2,9). Mit all diesen Selbstbezeichnungen wurden Prädikate, die einst Israel beilegt wurden, nun auf die christliche Gemeinde bezogen, die sich darauf berief, Gott habe sein Wort wahr gemacht und seine Verheißungen eingelöst.
Aus dieser Zeit des Anfangs stehen uns keine unmittelbaren Quellen zur Verfügung. Darum kann ein deutliches Bild nur aus Zeugnissen gewonnen werden, die einige Zeit später aufgezeichnet wurden: in erster Linie aus den Briefen des Apostels Paulus, die die ältesten schriftlichen Zeugnisse der frühen Christenheit darstellen, sodann aber auch aus der Apostelgeschichte, die gegen Ende des ersten Jh. n. Chr. abgefasst wurde. Auch aus der übrigen Briefliteratur des Neuen Testaments können einzelne Hinweise gewonnen werden, die zusammen mit den genannten Schriften durch behutsame Auswertung daraufhin zu befragen sind, was sie über die allerersten Anfänge der christlichen Kirche aussagen. Die Apostelgeschichte berichtet, dass die ersten Christen zwar an Gottesdiensten im Tempel teilnahmen (3,1, 5,12 u. ö.), aber sich vor allem untereinander zusammenfanden, um Lehre der Apostel zu hören, Gemeinschaft zu halten, das Brot zum Herrenmahl zu brechen und zu beten (2,42).
Aus der bunten Vielfalt der alttestamentlichen Begriffe, die die erste Christenheit auf sich anwendete, tritt das Wort ekkleesia in den Vordergrund. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments entspricht ekkleesia dem hebräischen Ausdruck qahal. Israel ist das Aufgebot Gottes, das er sich erwählt, berufen und ausgesondert hat. In der Septuaginta ist jedoch der Befund nicht eindeutig. Zwar wird das Wort qahal an vielen Stellen durch ekkleesia wiedergegeben, es kann aber auch mit dem Wort synagoogee übersetzt werden. Wenn die erste Christenheit den Gebrauch von synagoogee mied und statt dessen bevorzugt ekkleesia sagte, so kann daran abgelesen werden, dass sie sich von Anfang an von der Synagoge unterschied und den Anspruch erhob, Gottes heiliges Volk zu sein.
Der besondere Tipp
Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten!
Anhand verblüffender Experimente und einfacher Übungen lernen Sie, wie unsere Umwelt die Gedanken und die Gedanken unsere Umwelt beeinflussen.
Früher: 12,00€
bei uns nur: 4,99€

