Bullerbü ist überall - Das Geheimnis von Kinderglück und stressfreiem Familienleben
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Isabel Köller |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 241 Seiten |
| Format: | PDF: 3,49MB |
| ISBN: | 3593384256 |
| Bestell-Nr.: | 59338425P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Leseprobe:
Die Bullerbü-Formel: Schenkt den Kindern Liebe (S. 22)
Astrid Lindgrens Engagement für Kinder lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Schenkt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe, dann kommen die Manieren von alleine.« Liebe ist die Sprache des Lebens. Astrid Lindgren hätte gesagt, Liebe ist die Sprache der Erziehung. Kinder suchen nach der Wahrheit, nach der Güte und nach der Schönheit im Leben, und alle drei sind gegründet auf der bedingungslosen Liebe. Eine Erziehung in Liebe erzeugt ein Kind, das mit sich selbst im Reinen ist, weil es geachtet wird. Dieses Kind wird den Eltern das zurückgeben, was es von ihnen selbst gelernt hat: Achtung und Respekt vor einer Person.
Ein Elternhaus, das gelernt hat, mit den Bedürfnissen von Kindern und Eltern ausgewogen umzugehen, kann sich eines ruhigen und bereichernden Lebens erfreuen. Es ist die bedingungslose Liebe der Eltern, die einem Kind so viel Vertrauen in dieses Leben schenkt, dass es geschützt und gleichzeitig gewappnet ist gegen die Unwägbarkeiten, die das tägliche Leben einfach mit sich bringt.
Als Astrid Lindgren den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen bekam, sagte sie in ihrer Dankesrede: ...) in keinem Kind schlummert ein Samenkorn, aus dem zwangsläufig Gutes oder Böses sprießt. Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Gemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun. (...)
Ein Kind, das von seinen Eltern liebevoll behandelt wird und das seine Eltern liebt, gewinnt dadurch ein liebevolles Verhältnis zu seiner Umwelt und bewahrt diese Grundeinstellung ein Leben lang.« Was die bedingungslose Liebe behindert Sind wir Eltern nicht fest davon überzeugt, wir würden unsere Kinder lieben? Natürlich, doch selten ist diese Liebe wirklich bedingungslos. Zu viele Stolpersteine haben sich in unser Unterbewusstsein eingeschlichen und bestimmen unser Handeln gegenüber unseren Kindern.
Die elterliche Erwartungshaltung Ein Kind um seiner selbst Willen zu lieben, ohne im Hinterkopf bereits die nächsten Schritte in seinem Leben zu kalkulieren, ist heute nicht einfach. Viele Eltern nehmen, oftmals ohne es zu bemerken, eine berechnende Haltung gegenüber der Erziehung ein.
Aus dem Wunschkind soll »etwas« werden. Was auch immer »etwas « sein mag, insgeheim wünschen sich alle Eltern, dass das Kind zu einem fleißigen Schüler heranreift, ein gutes Abitur ablegt und dann vielleicht studiert. Viele wünschen sich gar, dass ihr Kind mehr im Leben erreicht, als sie selbst erreicht haben. Verkündet das Kind, aus dem »etwas« werden sollte, uns dann, dass es fortan in der Toskana leben werde, um dort Tongefäße auf einer Töpferscheibe herzustellen, sind wir enttäuscht.
Unsere Erwartungen und Hoffnungen wurden nicht erfüllt. Wir schauen nach links und rechts, auf die Müllers und Meyers, die Betriebswirte, Ärzte und Rechtsanwälte hervorgebracht haben, und schämen uns in Anbetracht der Berufswahl unseres Kindes. Wir glauben versagt zu haben. Zu Weihnachten kommt unser Kind nach Hause. Wir bemerken sogar die Ruhe und die Zufriedenheit, mit der es sein Leben gestaltet, vielleicht beneiden wir es auch um die gewählte Freiheit, aber das zugeben, nein, das können wir nur sehr schwer.
Kehrt unser Kind umgekehrt Weihnachten nach Hause zurück und verkündet uns, dass es nun seine Zelte in der Toskana abbrechen wird, um fortan in Singapur eine Ausbildung zum Qigong-Meister zu machen, brechen wir innerlich fast zusammen, weil es immer noch nichts »Anständiges« für sich gefunden hat. Ein Mensch auf der Suche nach seinem ureigenen Glück, das ist uns einfach fremd. Wir Eltern unterliegen starken äußeren Einflüssen und Wertvorstellungen.
Dem kann sich wohl niemand von uns entziehen. Nur wenigen Eltern gelingt es, den Wunsch zu unterdrücken, ihr Kind von klein auf zu einem guten Geldverdiener erziehen zu wollen. Dieses Ziel haben wir, wenn wir von Erziehung sprechen, meist immer vor Augen. Beruf, Geld, materielle Sicherheit – um dies zu erreichen, braucht man gute Schulnoten, einen guten Schulabschluss, eine gute Berufsausbildung, ein Studium.
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