Börsenwissen kurz und bündig - Die 150 häufigsten Fragen - und 150 geldwerte Antworten
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Uwe Lang |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 3. Auflage, 2009 |
| Umfang: | 220 Seiten |
| Format: | PDF: 2,52MB |
| ISBN: | 3593388111 |
| Bestell-Nr.: | 59340538P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Was bedeutet die Inflationsrate für die Entwicklung der Börsenkurse und für das eigene Vermögen? Sind sinkende Zinsen in Europa tatsächlich gut für die eigenen Aktien? Und welche Rolle spielt dabei die Konjunktur in den USA? Wann soll ich kaufen, wann verkaufen?
Präzise und übersichtlich beantwortet der Börsenexperte Uwe Lang die 150 wichtigsten Fragen rund um das nationale und internationale Börsengeschehen. Die kurzen Texte und die Querverweise erlauben eine gezielte Lektüre - dem persönlichen Zeitbudget und den individuellen Vorkenntnissen angepasst.
Leseprobe:
Teil V Standard-, Wachstums- oder Nischenwerte: Die Qual der Wahl (S. 153-157)
110. Warum wählt man bei seiner Anlageentscheidung nicht ausschließlich Werte von Unternehmen aus, die Jahr für Jahr höhere Gewinnwachstumsraten melden?
Weil diese Aktien sehr teuer sind. In der Tat wurde eine ganze Generation von Anlageberatern in dem Sinn geschult, dass man nur Aktien halten sollte, die jährlich und kontinuierlich ein immer höheres Wachstum melden. Aber war geschieht, wenn einmal im Verlauf eine »Wachstumsdelle« auftritt? Wachstumsdogmatiker verkaufen dann sofort, ganz gleich ob mit 10 Prozent Kursverlust oder gar mit 30 Prozent, wie es im Jahre 1996 bei Siemens sowie SAP geschah. Im Fall von SAP haben die Pessimisten ihren verfrühten Ausstieg bald bitter bereut. Ein solches dogmatisches Verhalten wäre noch zu begreifen, wenn bei all diesen verkauften Titeln tatsächlich magere Jahre zu erwarten wären. Selbstverständlich trennt man sich von Aktien, die lahmen, und holt die Verluste mit anderen, stärkeren Aktien wieder auf.
Aber so einfach, wie viele meinen, gestaltet sich die Analyse nicht. Zeitweilige Wachstumsrückgänge bei einem Unternehmen sind normal und oft nur auf Umstrukturierungen oder Neubewertungen von Positionen zurückzuführen. Die meisten der Aktien, die übereifrige Fondsmanager in den letzten Jahren aufgrund enttäuschender Quartalszahlen zwischenzeitlich im Kurs gedrückt hatten (Philip Morris, Intel, Compaq, Disney, Microsoft, Schering, Siemens, SAP, Philips und andere), konnten sich nach anfänglicher Verunsicherung bald wieder erholen und oft neue absolute Höchstkurse erreichen. Das heißt: Die »Analysen« dieser Fondsmanager waren völlig oberflächlich und beruhten nur auf kurzfristigen Zahlen, die keine tieferen Einblicke in die innere Dynamik des jeweiligen Unternehmens zuließen. Kleinanleger werden durch diese aus heiterem Himmel kommenden Panikverkäufe in der Regel völlig überrascht.
111. Sollte man vorzugsweise zurückgebliebene Aktien kaufen oder eher solche, die sich in letzter Zeit stärker als der Durchschnitt nach oben bewegt haben?
Eindeutig die zweite Variante, denn die Favoriten wechseln im Verlauf einer Hausse in der Regel kaum. Wenn ich eine Aktie ins Auge fasse, weil sie in den letzten Monaten stärker gestiegen ist als andere Titel, überlege ich mir daher nur noch, ob es bestimmte Gründe gegen den Kauf dieser Aktie gibt. Die Aktie könnte zur Zeit in aller Munde sein. Wird sie bereits von Bankberatern oder in den Medien kräftig empfohlen, dann ist das jedenfalls als Minuspunkt zu werten.
Die Aktie könnte zu teuer sein. Kurs-Gewinn-Verhältnisse (siehe dazu Nr. 115) von 50 und mehr kann man nur bei sogenannten »Turn-around«-Werten oder bei großen »Substanzaktien« (zum Beispiel Versicherungen) akzeptieren. Turn-around-Unternehmen sind Gesellschaften, die nach verlustreichen Jahren wieder davor stehen, die Gewinnschwelle zu erreichen. Substanzaktien sind Anteilscheine von Unternehmen, die über großen Grundbesitz verfügen oder an anderen Gesellschaften beteiligt sind. Meldungen, dass trotz erstklassiger Gewinnsituation in den nächsten Jahren weitere Gewinnverdoppelungen und -verdreifachungen zu erwarten stünden, sollte man mit Vorsicht begeg nen. Denn in die Kursbildung sind diese Meldungen schon eingegangen, und jede Enttäuschung führt dann zu scharfen Rückschlägen. Die Aktie könnte markteng sein. In der Regel ist das nur bei Nebenwerten der Fall, kommt aber auch bei ausländischen Titeln oft vor. Abgesehen von solchen Einschränkungen sollte man sich aber grundsätzlich an der relativen Stärke von Aktien im Verhältnis zum Gesamtmarkt orientieren. (Siehe dazu Nr. 113, 123, 131 und 142.)
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