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Bildungsportale

 
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Autor(en): Birgit Gaiser, Friedrich W. Hesse, Mika Lütke-Entrup
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 265 Seiten
Format: PDF: 4,88MB
ISBN: 348658426X
Bestell-Nr.: 48658426P
Artikeltyp: E-Book
 

Welches sind die zentralen Herausforderungen bei der Gestaltung und Nutzbarmachung netzbasierter Bildungsressourcen im Allgemeinen und Bildungsportalen im Speziellen? Netzbasierte Bildungsressourcen beginnen mit einer Idee, die sich in einer Konzeption konkretisiert, welche schließlich implementiert und eingesetzt sowie im Verlauf der Nutzung in der Regel weiter optimiert wird. Eine Perspektive auf netzbasierte Bildungsressourcen ist damit der Prozess, der durch verschiedene Einflussfaktoren und Akteure in seinem Verlauf gesteuert wird. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, können netzbasierte Bildungsressourcen auch als Produkt analysiert und in ihre typischen Komponenten zerlegt werden. So lassen sich Bausteine wie Informationsarchitektur, Inhaltstypen, Personalisierungs- und Community-Funktionen identifizieren, die netzbasierte Bildungsressourcen bzw. Bildungsportale konstituieren

Anhand von vier Themenblöcken wird das Phänomen Bildungsportal erörtert. Durch konkrete Fallbeispiele und Überblicksartikel sollen sowohl der State-of-the-Art erfasst als auch neue Forschungsfragen erschlossen werden.

Aus dem Inhalt:

Teil I: Portaldesign - Von der Idee zur Konzeption
Teil II: Portalbausteine - Community &, Personalisierung
Teil III. Blended Concepts - Integration netzbasierter Bildungsressourcen in Supportmaßnahmen.
Teil IV: Trend - Portale auf dem Weg ins Web 2.0


Leseprobe:

1 Design und Evaluation von Bildungsportalen (S. 3-4)

Karl Wilbers
Universität Erlangen-Nürnberg

1.1 Einleitung

Im Rahmen der Diskussion um das Web 2.0 erleben Portale eine Renaissance. Der Beitrag zeigt zunächst auf, was – jenseits von Web 2.0 – Motoren für die Entwicklung von Portalen sind. Portale werden beispielsweise als Instrument des institutionsinternen Wissensmanagements oder der Organisationsentwicklung verstanden. Der Begriff des Portals wird allerdings sehr unterschiedlich verwendet. Daher soll im nächsten Schritt ein elementares Modell zugrunde gelegt werden. In diesem Modell werden Rollen, Prozesse, Prozessunterstützung und technische Realisierung zirkulär miteinander verknüpft. Im Vergleich zu alternativen Präzisierungen ist dieses Modell einfach. Aber bereits dieses einfache relationale Verständnis von Portalen führt zu einer Reihe von Konsequenzen für die Entwicklung und die Evaluation von Portalen. Das Modell führt zu Leitfragen bei der Entwicklung von Portalen und identifiziert Fallstricke bei der Entwicklung von Portalen. Gleichzeitig werden verschiedene Schichten der Evaluation freigelegt.

1.2 Motoren für die Entwicklung von Bildungsportalen

Der Begriff des Portals war längere Zeit nicht mehr sonderlich aktuell. Im Zuge der Diskussion um Web 2.0 erfährt er nahezu eine Renaissance. Kerres (2006) hält „Web 2.0" für mehr als einen Marketing-Begriff. Es komme zu drei grundlegenden Grenzverschiebungen: Der Benutzer wird zum Autor, die Grenze zwischen lokaler und entfernter Datenhaltung und -verarbeitung verschwimme und Privates werde zunehmend öffentlich. Mir scheint, dass Kerres damit die technischen Grenzverschiebungen gut umschreibt. Kerres geht jedoch weiter und stellt dem E-Learning 1.0 das Begriffsupdate E-Learning 2.0 gegenüber: E-Learning 1.0 sei das aktuelle E-Learning, das sich heute in Hochschulen und Betrieben findet, während E-Learning 2.0 ein noch zu entwickelndes E-Learning mit Hilfe von Web 2.0 sei.

E-Learning 1.0 sei – so Kerres – das Zeitalter von Lernplattformen, d.h. in seinem Verständnis der Inseln im Internet, auf die Lehrkräfte ihre Inhalte überführen. Demgegenüber sei die Lernumgebung im E-Learning 2.0 ein Portal im Internet mit Inhalten und Werkzeugen. Die Lernplattform, die technische Stütze des E-Learning 1.0, wird zum Portal, der neuen technischen Stütze des E-Learning 2.0. Ob jedoch mit diesen Grenzverschiebungen auch radikale Grenzverschiebungen in Bildungsinstitutionen und Unternehmen verbunden sind, wie Kerres meint, erscheint mir alles andere als gewiss (Wilbers, 2007).

Unabhängig von der neueren Web 2.0-Debatte versuchen Unternehmen und Hochschulen seit längerer Zeit Portale zu implementieren. Die Motive sind vielfältig:

• Portale als Instrument des institutionsinternen Wissensmanagements: Portale sollen den Austausch von Wissen fördern. Sie vereinheitlichen Informationen, machen kundenspezifische Informationen breit verfügbar, fördern die organisationsinterne Zusammenarbeit, sammeln Informationen an einem zentralen Punkt und kombinieren Informationen aus den verschiedensten Quellen (Soutar &, Lloyd-Walker, 2005).

• Portale als Instrument zur Förderung von Communities: Portale sollen den Auf- und Ausbau von Communities unterstützen (Seufert, Moisseva &, Steinbeck, 2001, Wolf, 2006), indem sie einen Treffpunkt für die virtuelle Gemeinschaft bieten.

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