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Beruflich in Frankreich - Trainingsprogramm für Manager, Fach- und Führungskräfte
 

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Beruflich in Frankreich - Trainingsprogramm für Manager, Fach- und Führungskräfte

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Alexander Thomas, Stefan Mayr
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 194 Seiten
Format: PDF: 1,13MB
ISBN: 3525491433
Bestell-Nr.: 52549143P
Artikeltyp: E-Book
 

Frankreich ist nicht irgendein Nachbarland Deutschlands. Es ist der wichtigste Nachbar, und das in jeder Hinsicht. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Frankreich ist größer als das zu jedem anderen Land in der Welt und die gegenseitige politische, kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Beeinflussung war im Laufe der europäischen Geschichte schon immer hoch und ist heute besonders auch im Kontext des europäischen Einigungsprozesses unübersehbar. 

Kurzzeitbesucher, Touristen und Durchreisende, die die französische Sprache ein wenig beherrschen, kommen in Frankreich meist gut zurecht. Sie genießen Land und Leute und fühlen sich ohne besondere Einarbeitung schnell "wie Gott in Frankreich". Deutsche Fach- und Führungskräfte jedoch, die eng mit Franzosen zusammenarbeiten müssen, stöhnen nicht wenig über die doch zum Teil so ganz andere Firmenkultur, die andersartigen Arbeitsgewohnheiten, den Umgang mit Zeit und mit Regeln sowie die Art und Weise der zwischenmenschlichen Kommunikation, wie sie von den Franzosen gepflegt werden. Dieses interkulturelle Training macht mit kulturell bedingten Eigenheiten vertraut.




Leseprobe:

Einleitung (S. 11-12)

Einführung in das Training

Die deutsch-französische Kooperation Frankreich ist nicht irgendein Nachbarland Deutschlands. Es ist der wichtigste Nachbar, und das in jeder Hinsicht. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Frankreich ist größer als das zu jedem anderen Land in der Welt und die gegenseitige politische, kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Beeinflussung war im Laufe der europäischen Geschichte schon immer hoch und ist heute besonders auch im Kontext des europäischen Einigungsprozesses unübersehbar. Aus Erbfeindschaft ist in historisch betrachtet kurzer Zeit Freundschaft gewachsen und das nicht, weil Deutsche und Franzosen bessereMenschen geworden sind, sondern weil viele leidvoll erfahren haben und inzwischen alle wissen, dass Erbfeindschaft und Kriege nur Verlierer, Not und Elend auf allen Seiten zur Folge haben.

Wohlstand, Sicherheit, Frieden und Freiheit oder noch spezifischer »Liberté, Egalité et Fraternité« und alles, was damit kulturell verbunden ist, können nur wachsen, gedeihen, gestärkt und gefestigt werden, wenn Deutsche und Franzosen eng zusammenarbeiten. Weil nun Deutsche und Franzosen Nachbarn sind und sich seit Jahrhunderten durch freudige und gegenseitig befruchtende, aber auch leidvolle Begegnungen kennen, könnte man auf die Idee kommen, dass es nur eines festenWillens zur Zusammenarbeit bedarf, wohingegen bei Kooperationen zwischen Deutschen und den geographisch so weit entfernten Chinesen (Thomas u. Schenk, 2000) und Japanern (Petzold, Ringel u. Thomas, 2005), deren Kulturen zudem noch so fremd sind, eine sorgfältige kul turelle Vorbereitung erforderlich ist.

Wer die französische Sprache ein wenig beherrscht, wird in Frankreich wohl gut zurechtkommen, so die Vermutung. Er wird dieMenschen und das Land genießen und sich ohne besondere Einarbeitung schnell wie »Gott in Frankreich« fühlen. Das mag für den Kurzzeitbesucher, den Touristen und Durchreisenden wohl zutreffen, nicht aber für diejenigen, die mit Franzosen eng zusammenarbeiten müssen.

Deutsche Fach- und Führungskräfte stöhnen nicht wenig über die doch zumTeil so ganz andere Firmenkultur, die andersartigen Arbeitsgewohnheiten, denUmgang mit Zeit und mit Regeln sowie die Art und Weise der zwischenmenschlichen Kommunikation, wie sie von den Franzosen gepflegt werden. Vieles läuft hier eben nicht so ab, wie Deutsche das erwarten, und manches ist ebenso unverständlich und wenig akzeptabel wie das, was die Zusammenarbeit zum Beispiel mit Vietnamesen (Alshut, Nespethal u. Thomas, 2007) und mit Indern (Mitterer, Mimler u. Thomas, 2006) belastet. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen suchen viele deutsche Fach- und Führungskräfte nach Orientierungshilfe zum Verständnis der kulturell bedingten Eigenheiten ihrer französischen Partner. Genau dies liefert nun das hier vorgelegte interkulturelle Training.

Kultur und interkulturelle Kompetenz

Nicht nur Kunst, Literatur, Theater, Film, Esskultur und Religion sind Elemente einer spezifischen Nationalkultur, sondern auch das, was sich in der Wahrnehmung, im Denken, in den Empfindungen und im Verhalten der Menschen zeigt. Man kann Kultur als ein werthaltiges Orientierungssystem auffassen, in das jeder Mensch hineinwächst, indem er die in der Heimatgesellschaft gültigen Werte, Normen, Verhaltensregeln, Riten und Rituale kennen lernt und sich in den Umgang mit ihnen so einarbeitet, dass er sich in dieser Kultur, in der er nun lebt, gut zurechtfindet. Dieser Prozess des sich Einlebens in die Herkunftskultur, unterstützt durch Eltern, Freunde, Vorbilder, Erzieher, Schule und Berufsausbildung, bezeichnet man als Enkulturation.

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