Auszeit. Inspirierende Geschichten für Vielbeschäftigte
Buchausgabe: 19,90€
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Marco von Münchhausen |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2007 |
| Umfang: | 232 Seiten |
| Format: | PDF: 1,79MB |
| ISBN: | 3593379147 |
| Bestell-Nr.: | 59337914P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Raum und Inspiration für die Seele? In unserem aufreibenden Alltag, in der hektischen Business-Welt haben viele Menschen kaum mehr die Zeit, regelmäßig zu sich selbst zu finden und innerlich Kraft zu schöpfen. Doch es gibt wertvolle Texte, deren Lektüre uns bereichert.
Der Autor
Marco von Münchhausen ist promovierter Jurist, Trainer, Berater und Autor der Bestseller »So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund« und »Wo die Seele auftankt«. Er hält Vorträge zu den Themen Motivation, Selbstmanagement und Work-Life-Balance. Für »Auszeit« hat er aus seinen über viele Jahre gesammelten Parabeln, Anekdoten und Texten mit großer Sorgfalt die schönsten ausgesucht.
Schlagworte
Auftanken
Entspannen
Entspannung
Führungskräfte
Manger
Ratgeber
Seele
Sinnfindung
Sinnsuche
Soul
Spiritualität
Textsammlung
Leseprobe:
Erwartungen übertreffen (S. 51-52)
im Quellbuch unserer Kultur, in der Bibel, genau genommen im Neuen testament stößt man als Leser auf Aussagen Jesu, die einem äußerst radikal, ja geradezu lebensfremd erscheinen können, so hoch ist der Anspruch, der da an uns Menschen gestellt wird: Wenn uns einer auf die rechte Wange schlägt, sollen wir ihm auch die Linke hinhalten, von dem, was uns rechtmäßig zusteht, lassen, auch wenn es uns zu unrecht genommen wird, unsere Feinde sollen wir nicht hassen, sondern lieben, und:
Wenn dich jemand nötigt, eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe nicht nur eine Meile, sondern noch eine weitere mit ihm.
Matthäus 5, 4
Lassen sie uns die Aufmerksamkeit auf die letzte Aussage beschränken – diese allerdings dabei aus ihrem Gesamtkontext verstehen. zwei Aspekte scheinen dabei von entscheidender Bedeutung, wenn wir daraus praktisch umsetzbare impulse für unser heutiges Alltagsleben ableiten wollen.
Erstens begegnen wir hier einem Idealbild, das zu leben wohl nur die wenigsten und auch das nur in wenigen Momenten ihres Lebens in der Lage sind. Wer sich – wie man es von Jesus annimmt – im zustand völliger Liebe befindet, mag dazu fähig sein. Der normale Mensch, sei er nun Christ oder nicht, wird, wenn er sich angegriffen fühlt, aufgrund der bloßen Struktur seines Nervensystems und der sofortigen »Machtübernahme« der emotionalen und »primitiven« steuerungszentralen im Gehirn in den meisten Fällen in Verteidigungshaltung gehen: er wird sich schützen (statt die andere Wange hinzuhalten), sein eigentum beanspruchen (statt es aufzugeben), negative Gefühle (statt Liebe) gegen Feinde hegen und mit allen Mitteln versuchen, selbst die erste geforderte Meile zu vermeiden, geschweige denn, freiwillig noch eine weitere mitzugehen. Hier begegnet man einem Grundproblem vieler Aufforderungen des Neuen testaments: sie konfrontieren uns mit einem extrem hohen Anspruch, den zu verwirklichen selbst sogenannten Heiligen kaum gelingt. Für den »Normalverbraucher« erscheint er daher ähnlich unerreichbar, als würde uns Reinhold Messner auffordern, mit ihm den Mount everest zu besteigen. Die naheliegende Reaktion von vielen ist zu resignieren: Das ist ja eh’ nicht zu schaffen, dann lass ich es lieber gleich ganz. Manche wenden sich infolgedessen gleich von allem ab und schütten damit womöglich das Kind mit dem Bade aus.
Doch wie lässt sich das Kind retten? Wie können wir von diesen vermeintlich übermenschlichen empfehlungen Jesu doch noch etwas hinüberretten in unseren normalen Alltag? Vielleicht, indem wir zunächst den Anspruch aufgeben, das ganze ideal zu verwirklichen, und erkennen, dass es sich schon lohnt und viel wert ist, wenn man sich schrittweise ab und zu in Richtung dieser Worte bewegt. Wenn man gewissermaßen versucht, die altgewohnten, archaischen und durchaus menschlichen Reaktions- und Verhaltensmuster so oft es einem gelingt durch kleine Handlungen im sinne dieses neuen Geistes zu ersetzen – eines Geistes, der geradezu das Gegenteil von dem zu fordern scheint, was man als »normaler Mensch« tun würde.

