Access - Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Jeremy Rifkin, Klaus Binder, Tatjana Eggeling |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 3. Auflage, 2007 |
| Umfang: | 429 Seiten |
| Format: | PDF: 1,83MB |
| ISBN: | 3593383748 |
| Bestell-Nr.: | 59338374P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Materielles Eigentum war gestern. Die Zukunft gehört virtuellen Gütern – und dem Zugriff auf sie. Unter dem Stichwort »Access« brachte Jeremy Rifkin diesen Trend schon vor einigen Jahren auf den Punkt. Heute gibt ihm die Realität Recht: Seine Thesen sind jetzt aktueller denn je.
Der Autor
Jeremy Rifkin ist Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends in Washington. In seinen Büchern bringt der Ökonom und streitbare Intellektuelle die großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunftsthemen auf den Punkt. Von ihm erschienen bei Campus »Das Ende der Arbeit« (1995), »Access« (2000), »Die H2-Revolution« (2003) sowie »Der Europäische Traum« (2004).
SchlagworteIndustriegesellschaft
Informationsgesellschaft
Kapitalismus
Kulturwandel
Wirtschaft
Leseprobe:
KAPITEL 9 DIE AUSBEUTUNG DES KULTURELLEN LEBENS (S. 226-227)
In Die Truman Show, einem Film aus dem Jahr 1998 über eine fiktive Person, die in einer vollkommen simulierten, im Fernsehen übertragenen Welt lebt, ist sich der Protagonist lange Zeit seiner Gefangenschaft nicht bewusst. Als er schließlich herausfindet, wo er ist, versucht Truman verzweifelt zu entkommen, er will zurück in die »reale Welt« jenseits des Fernsehens. Die Ironie dabei ist, dass die meisten von uns anders als Truman, der vor seiner künstlichen Welt davonläuft, in die entgegengesetzte Richtung marschieren.
Wir sind von einer elektronisch simulierten Welt umgeben, und ein immer größerer Teil unserer Erfahrungen erscheint in diesen künstlichen Umgebungen wieder. Dies zeugt von einem außerordentlichen Wandel im Leben der Menschen. Auch hier ist die Wortgeschichte aufschlussreich: Noch vor hundert Jahren war das englische Wort broadcast, bei dem wir heute sofort an Radio und TV denken, allein ein Ausdruck aus der Landwirtschaft, es bezeichnete das Ausbringen der Saat. Heute steht der Medienkonsum für die Menschen in den Industrieländern gleich an zweiter Stelle nach der Arbeit. Ein durchschnittlicher Haushalt in Japan sieht täglich acht Stunden und 17 Minuten fern.
In den Haushalten der Vereinigten Staaten läuft der Fernseher täglich länger als sieben Stunden, und Erwachsene verbringen durchschnittlich viereinhalb Stunden vor der Mattscheibe – in Deutschland sind es nach Anga ben der AGF Fernsehforschung täglich fast dreieinhalb Stunden. Mitte der neunziger Jahre gab es mehr als eine Milliarde Fernsehgeräte auf der Welt. Elektronische Kommunikationsnetze sind medial simulierte Umgebungen, die das Reale neu schaffen sollen. Telefone, Film, Radio und Fernsehen sind darauf angelegt, unsere Sinne zu täuschen und ihnen Präsenz vorzugaukeln.
Ein Telefongespräch zum Beispiel vermittelt uns den Eindruck, »da zu sein«, obwohl tausend Kilometer zwischen den Gesprächspartnern liegen können. In ähnlicher Weise spielen Filme und das Fernsehen mit unseren konventionellen Vorstellungen von Zeit, Raum und Realität. Wir stellen uns die Menschen auf Leinwand oder Bildschirm als Figuren aus dem wirklichen Leben vor und interagieren mit ihnen auf sehr vertraute und persönliche Weise. Der Fortschritt der neuen elektronischen Kommunikationstechniken hat uns in rasch aufeinander folgende, technisch vermittelte Umwelten hineingezogen, von denen jede neue noch besser in der Lage ist als die jeweils letzte, den Eindruck des »Realen« zu simulieren.
Das gilt vor allem im Cyberspace. Dieses mächtige Kommunikationsmittel destilliert die symbolische Essenz aus der kulturellen Erfahrung, transformiert sie in digitale Fantasiebilder und -gestalten, die, gerade wenn sie medial kommuniziert werden, lebendiger und realer scheinen als die originalen Phänomene: Nur darum können sie zum Erlebnis werden. Der Cyberspace ersetzt also Wirklichkeit durch eine virtuelle Realität – durch symbolische, elektronisch vermittelte Umgebungen, in die die Menschen eintauchen können, als seien sie real. Und sie werden mit jedem subjektiven Ausleben im Cyberspace tatsächlich Realität. Philosophen der Postmoderne und Medienberater favorisieren für diese simulierten Erfahrungen im Cyberspace den Begriff »hyper-real«.
ben der AGF Fernsehforschung täglich fast dreieinhalb Stunden. Mitte der neunziger Jahre gab es mehr als eine Milliarde Fernsehgeräte auf der Welt. Elektronische Kommunikationsnetze sind medial simulierte Umgebungen, die das Reale neu schaffen sollen. Telefone, Film, Radio und Fernsehen sind darauf angelegt, unsere Sinne zu täuschen und ihnen Präsenz vorzugaukeln. Ein Telefongespräch zum Beispiel vermittelt uns den Eindruck, »da zu sein«, obwohl tausend Kilometer zwischen den Gesprächspartnern liegen können.
Der besondere Tipp
Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten!
Anhand verblüffender Experimente und einfacher Übungen lernen Sie, wie unsere Umwelt die Gedanken und die Gedanken unsere Umwelt beeinflussen.
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