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Autor(en): Monika Matschnig
Verlag: Gabal Verlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 80 Seiten
Format: PDF: 7,92MB
ISBN: 3897497166
Bestell-Nr.: 89749716P
Artikeltyp: E-Book
 

Sicher haben Sie schon mal jemandem "unter die Arme gegriffen" oder "große Augen" gemacht. Der Ursprung dieser Redewendungen liegt in unserer Körpersprache. Sie ist die ehrlichste und elementarste Form der Kommunikation - der Körper lügt nämlich nicht. Auch wenn jeder Körper eine bestimmte Sprache spricht: Bestimmte Gesten und eine lebendige Mimik wirken sympathisch, während verschränkte Arme unsere Ablehnung verraten. Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper bestehen ständig und unser Wohlbefinden hängt stark von unserer Körperhaltung ab.

Über den Autor
Nach ihrem Studium mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Arbeits- und Organisationspsychologie arbeitet die Diplompsychologin Monika Matschnig heute als Trainerin in der Personalentwicklung. Sie beschäftigt sich intensiv mit innerer Kommunikation und den Verbindungen von Körper und Psyche.


Leseprobe:

3. Gestik – was Ihre Hände erzählen (S. 39-41)

Haben Sie schon einmal mit jemandem kommuniziert, der während des Gesprächs seine Hände nicht bewegte? Wohl kaum. Denn Gesten sind ein fester Bestandteil unserer Kommunikation, den wir meist unbewusst steuern.

3.1 Das 1x1 der Gestik

Unsere Gestik ist eine eigene kleine Sprache. Mehr als 5000 unterschiedliche Gesten existieren weltweit. In erster Linie dienen sie dazu, das, was wir sagen, zu bekräftigen oder zu ergänzen. Manchmal können bestimmte Bewegungen der Arme oder Hände aber auch Aufschluss darüber geben, was eine Person wirklich denkt, ob sie vielleicht sogar lügt. Wir sprechen in diesem Fall von „verräterischen Gesten". Jeder Mensch gestikuliert natürlich anders – abhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität oder dem persönlichen Temperament. Einige allgemeine Regeln können Ihnen trotzdem dabei helfen, etwas über Ihren Gesprächspartner zu erfahren:

Was die Gestik verrät

* Achten Sie darauf, welche Hand eine Person zum Gestikulieren einsetzt, denn dafür sind ebenfalls – wie schon bei der Wahl des Standbeins im vorherigen Kapitel (Seite 26) – unsere unterschiedlichen Gehirnhälften verantwortlich. Benutzt jemand die rechte Hand, lässt das auf eine sehr vernünftige Persönlichkeit schließen. Wird stattdessen mit der linken Hand gestikuliert, deutet das auf einen Gefühlsmenschen hin.

* Informativ ist auch die Richtung der Gesten: Bei offenherzigen, zugänglichen und aufrichtigen Men schen führen Handbewegungen meist vom Körper weg. Der umgekehrte Fall lässt sich bei verschlossenen, zurückhaltenden Personen beobachten.

* Selbstsicherheit drückt sich vor allem in kraftvollen und bestimmten Gesten aus. Wer eher nervös und unkoordiniert gestikuliert – sich beispielsweise kratzt oder an sich herumzupft –, offenbart Anspannung und Unsicherheit. Extrem schüchtern wirkt jemand, der kaum oder gar nicht gestikuliert.

* Jemand, der die Hände aneinanderreibt oder sich über den Arm streicht, offenbart damit ein Bedürfnis nach persönlicher Zuwendung, behilft sich aber gezwungenermaßen mit dieser Ersatzgeste, weil gerade niemand da ist, an den er sich wenden könnte.

Unsere Hände sind unsere wichtigsten Werkzeuge, ohne die wir die einfachsten Alltagstätigkeiten nicht ausüben könnten. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie auch in unserer Kommunikation unverzichtbar sind. Denn Handgesten können sehr viel über unsere Emotionen und Gedanken und auch über die unseres Gegenübers verraten:

* Fest zusammengepresste und an den Körper angelegte Hände lassen auf Unsicherheit und Frustration schließen.
* Zusammengedrückte Hände, die in Richtung des Gegenübers weisen, wollen überzeugen oder freundlich eine Sache untermauern.
* Zu einem Dach geformte Hände signalisieren, dass sich der Gesprächspartner seines Wissens und seiner selbst sehr sicher ist.
* Auch wenn Ihr Gesprächspartner die Hände locker hinter dem Rücken zusammenlegt, fühlt er sich Ihnen überlegen.
* Zeigen die Handflächen nach oben und sind offen, kann der Sprecher sowohl etwas geben als auch etwas nehmen.
Er untermauert damit das Gesagte oder bittet unbewusst um Bestätigung.
* Der Griff ums Handgelenk ist meistens ein Ausdruck von Enttäuschung.
* Wandert die Hand dagegen an den Oberarm können Sie davon ausgehen, dass bei dieser Person Wut und Aggression aufkommen.
* Die „Pistole" – man zeigt mit dem Zeigefinger auf sein Gegenüber – gilt ebenfalls als ein Zeichen von Aggression. Diese Geste wirkt außerdem sehr autoritär.
* Werden ineinander verknotete Finger plötzlich wie zu einem Igel aufgestellt, so erkennen Sie darin eine klare Abwehrhaltung.

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